Ilona Tasch - Heilpraktikerin in Rheine

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Vitamin D – Hype oder essenzielle Gesundheits-Säule?

Erstellt am: 10. September, 2025

Warum das „Sonnenvitamin“ oft unterschätzt wird und warum Sonnenbaden allein nicht reicht.

Wiederkehrende Infekte, unerklärliche Müdigkeit oder depressive Verstimmungen: In meiner Praxis begegnen mir diese Symptome täglich. Oft wird lange nach Ursachen gesucht, dabei liegt eine Lösung häufig nah. Vitamin D ist in aller Munde – für die einen ein Allheilmittel, fürKritiker ein Mode-Hype. Doch was ist dran? Ist die Sorge um den Vitamin-D-Spiegel „Unfug“ oder medizinische „Notwendigkeit“?

Fakt ist: Etwa 90 % der Bevölkerung in unseren Breitengraden weisen – je nach Jahreszeit – eine Unterversorgung auf. Dieser Artikel klärt auf, warum das so ist und wie Sie es ändern können.

 

Mehr als nur ein Vitamin: Das Pro-Hormon

Streng genommen ist Vitamin D gar kein Vitamin, sondern ein Pro-Hormon. Während Vitamine zwingend über die Nahrung aufgenommen werden müssen, kann der Körper Vitamin D selbst herstellen – theoretisch.

Da fast jede Körperzelle über Rezeptoren für Vitamin D verfügt, wirkt es nicht nur an einer Stelle, sondern systemisch im ganzen Körper. Es ist der Schlüssel für:

  • Das Immunsystem: Aktivierung der Abwehrzellen.
  • Die Knochen: Einlagerung von Calcium (Schutz vor Osteoporose).
  • Das Nervensystem: Schutz der Nervenzellen und Produktion von Botenstoffen (Stichwort: Winterdepression).
  • Die Hormonbalance: Unterstützung bei Schilddrüsenproblemen (Hashimoto) oder Zyklusbeschwerden.

 

Mythos Sonnenbad: Warum wir fast alle im Mangel sind

„Ich gehe doch oft spazieren, das reicht.“ Diesen Satz höre ich oft. Leider ist das ein Irrtum. Damit die Haut Vitamin D bilden kann, benötigt sie UVB-Strahlung. Diese erreicht uns in Deutschland aber nur, wenn die Sonne in einem Winkel von über 45 Grad steht.

Das Problem:

1. Der Sonnenstand: Von Oktober bis März steht die Sonne in Deutschland zu tief. Die Atmosphäre filtert die UVB-Strahlung fast komplett heraus. Selbst bei strahlendem Sonnenschein im Winter ist die Vitamin-D-Produktion gleich Null. Wir zehren von Reserven, die oft schon im Januar aufgebraucht sind.

2. Unser Lebensstil: Wir verbringen den Großteil der hellen Tageszeit in geschlossenen Räumen (Büro, Schule).

3. Sonnenschutz: Sonnencreme ist wichtig, blockiert aber die Vitamin-D-Synthese fast vollständig. Über die Nahrung (fetter Fisch, Eier) müssten Sie beispielsweise täglich 5 Kilo Eier oder 1 Kilo Sardinen essen, um den Bedarf zu decken – schlicht unmöglich.

 

Warnsignale: Habe ich einen Vitamin-D-Mangel?

Ein Mangel tut anfangs nicht weh. Er äußert sich oft in jenem diffusen Gefühl von „Nicht krank, aber auch nicht richtig gesund“.

Typische Symptome sind:

  • Immunsystem: Ständige Erkältungen, langwierige Infekte.
  • Psyche & Kopf: Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmungen, Kopfschmerzen.
  • Körper: Muskelschwäche, Gelenkschmerzen, Haarausfall, schlechte Wundheilung.
  • Langzeitfolgen: Ein chronischer Mangel wird mittlerweile mit Bluthochdruck, Diabetes, Autoimmunerkrankungen (MS, Hashimoto) und sogar Krebs in Verbindung gebracht

 

Achtung: Blindes Einnehmen ist „Unfug“

Hier haben die Kritiker recht: Einfach irgendein Präparat aus dem Drogeriemarkt zu schlucken, ist oft sinnlos oder sogar kontraproduktiv. Eine seriöse Therapie beachtet drei Dinge:

1. Die richtige Dosis (Messen statt raten)

Die Empfehlungen der DGE (800 I.E.) sind oft nur eine reine Mangel-Vermeidung (gegen Rachitis), reichen aber selten für einen therapeutischen Spiegel (Prävention). Um Ihre Speicher aufzufüllen, sind oft kurzfristig deutlich höhere Dosen nötig. Wie viel genau, verrät uns nur Ihr Blutwert.

2. Die Co-Faktoren (Vitamin K2 & Magnesium)

Das ist der wichtigste Punkt, der oft vergessen wird: Vitamin D sorgt dafür, dass Calcium ins Blut aufgenommen wird. Damit dieses Calcium aber in die Knochen gelangt und sich nicht schädlich in den Arterien ablagert (Arteriosklerose), benötigt der Körper zwingend Vitamin K2. Zudem verbraucht die Umwandlung von Vitamin D viel Magnesium. Merke: Vitamin D niemals ohne seine Partner einnehmen!

3. Fettlöslichkeit

Nehmen Sie Vitamin D immer zu einer fetthaltigen Mahlzeit ein, sonst scheidet der Körper es ungenutzt wieder aus.

 

Klarheit durch Diagnostik

Ob Sie einen Mangel haben, lässt sich leicht feststellen. Wir messen dazu im Blut den 25-OH-Vitamin-D-Wert (Calcidiol).

Orientierungswerte für Ihre Gesundheit:

  • unter 20 ng/ml: Schwerer Mangel (hohes Risiko für Erkrankungen)
  • 20 – 30 ng/ml: Mangelversorgung
  • 40 – 60 ng/ml: Optimaler Bereich (Präventiv wirksam)
  • über 100 ng/ml: Überdosierung

 

Fazit: Nehmen Sie Ihre Gesundheit selbst in die Hand

Vitamin D ist kein Wundermittel, das alle Krankheiten über Nacht heilt. Aber es ist ein fundamentales Bauteil unserer Gesundheit, das bei den meisten Menschen fehlt. Ein ausgeglichener Spiegel ist eine der einfachsten und effektivsten Maßnahmen, um das Immunsystem zu stärken und chronischen Erkrankungen vorzubeugen.

Wissen Sie, wo Ihr Wert liegt? Raten Sie nicht, sondern lassen Sie uns Gewissheit schaffen. Vereinbaren Sie einen Termin zur Blutanalyse, damit wir Ihren Speicher gezielt und sicher auffüllen können.

 

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